Teil 2: erste Finnlandreise

Buchprojekte von Peter Claus, Ludwigsau. Zusätzlich kann hier jeder registrierte Teilnehmer Finnlandgeschichten und Fotos bis 250 KB nach Freischaltung veröffentlichen.

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2. Dekade Finnlandurlaub `89

Jugendstilvilla

4. Urlaubstag, Samstag den 22. Juli......

Den Vormittag verbringen wir in der Stadt, machen einen Bummel und landen am Hafen. Hier schauen wir dem bunten Treiben bei den Verkaufsständen der Fischer zu, die direkt vom Boot verkaufen...(071). In der Markthalle (072) sorgen wir für unser Mittagessen und erstehen leckeren Lachs..... Durch den Esplanadi - Park,  an gemütlichen Cafes vorbei, (073 + 074) schlendern wir langsam unserer „exklusiven“  Behausung zu... um ein „fürstliches“ Mahl zu genießen: LACHS! (075 + 076)

Den Nachmittag verbringen wir mit unserer Reisegesellschaft im Freilichtmuseum SEURASSAARI.  Das zweistöckige Hauptgebäude (078) stammt aus dem Jahre 1747, es wurde 1819 anlässlich eines Besuchs von Zar Alexander I. renoviert.

Ich setze mich eine Weile von der Gruppe ab, auf einem großen Stein lege ich eine Pause ein und studiere meinen Reiseführer.(080) Mein Mann und ich durchstreifen die Insel auf „eigene Faust“ und treffen uns später mit der Gruppe am Ausgang-....

Nach dem Abendessen im „Rotary-Club“, gehen wir mit unserer kleinen Gruppe zum Hafen(081) und beschließen den Tag gemütlich im „Coc-au-Vine“ Nun haben wir uns mittlerweile eingelebt, uns an die finnischen Eigentümlichkeiten gewöhnt und schon müssen wir wieder Abschied nehmen.....

5. Urlaubstag: Sonntag, 23. Juli

Wir nehmen Abschied vom „DOMUS ACADEMICA“, (083) die Filmkameras schnurren, es entgeht ihnen keine schief hängende Gardine...... aber die Sonne scheint ......wir fahren zur evgl. Kirche  und nehmen am Gottesdienst teil, der vom Probst aus Ravensburg, der deutschen Partnergemeinde, gehalten wird. Nach dem Gottesdienst setzen wir unsere Reise fort in Richtung „Osten“, wir fahren nach LAPPEENRANTA und werden im Hotel “KARELIA PARK“ erwartet (087) Vom Flurfenster aus, kann ich eine rechte Abendstimmung aufnehmen, die Sonne erleuchtet den Horizont und spiegelt sich auf dem See. (089)

6. Urlaubstag: Montag, 24. Juli

Nach dem Frühstück fährt uns unser Fahrer zu den verschiedensten Sehenswürdigkeiten: Wir fahren raus und beobachten einen Holz verarbeitenden Betrieb, große Flöße sind aneinandergebunden, bedecken eine riesige Fläche des Sees.(090) Wir fahren zum „Saimaa-Kanal“, er verbindet Russland mit der Ostsee, fahren zurück zur Festung. Pünktlich um 12.00 Uhr marschieren Soldaten in historischen Kostümen über die alte Festung.(91) Lappeenranta war lange Zeit Garnisonstadt und gehörte von 1809 – 1917 zum Einflussbereich des russischen Zaren.

Nicht weit vom Hotel, an verschiedenen Buchten, haben wir beste Bademöglichkeiten, das Wasser ist herrlich warm und weich...(093), wir fühlen uns „pudelwohl“ und „zufrieden“...

7. Urlaubstag: Dienstag,  25. Juli

Heute müssen wir etwas früher aufstehen, denn um 8.45 soll uns der Bus ins 100km entfernte MIKKELI  fahren, einer Stadt mit vielen Gesichtern. Hier verbringen wir interessante Stunden und besichtigen u.a. auch wieder Kirchen.(98) Ich bin jetzt etwas müde und auch ein wenig missmutig, denn bisher habe ich noch keinen Kontakt mit einem Finnen oder einer Finnin erlebt, auch ein Besuch einer Sauna fehlt mir noch....Nun, wir bleiben ja noch einige Tage und was nicht ist, kann ja noch werden; ich gebe die Hoffnung noch nicht auf.... Den 26. und 27. Juli hat die Reisegesellschaft zur freien Verfügung und wir können relaxen am nahen Strand und die Stadt selbst erkunden.

Am  Freitag überrascht uns unser Reiseleiter, Pfarrer Dr. Krug, mit einer Besonderheit.

Er fährt mit uns gen Norden, nach RAUHALINNA, einige Kilometer von SOVONLINNA entfernt, in ein Restaurant zum Mittagessen. Hier speisen wir „fürstlich“ in einer Villa von Nils-Henrik Weckmann, einem Armeeoffizier. Er hat dieses filigrane Schlösschen seiner Frau 1900 zur Silberhochzeit geschenkt!! (Welch noble Geste) (106)

Am Nachmittag besichtigen wir die Burg Olavinlinna in Savonlinna, eine Festung aus dem 14. Jahrhundert. (103 + 110)  Bekannt ist Savonlinna durch seine Opernfestspiele, die in der Olafsburg (so heißt sie auf Deutsch) aufgeführt werden. Verdis „Aida“ und Mozarts „Zauberflöte“. Wir können in der Stadt und rund um die Burg eine Geschäftigkeit feststellen, überall werden Vorbereitungen getroffen für die am Abend anstehende „Premiere“ und die Stadt erwartet das schwedische Königspaar: Silvia und .......schade, unsere Reise geht aber weiter und zwar nochmals ein wenig nach Norden...... Wir sollen  noch die größte Holzkirche der Welt kennenlernen und zwar in KERIMÄKI.(112) Sie ist ein Meisterwerk der Holzbaukunst, 45 m lang, 42 m breit und 27 m hoch und der größte Kirchenraum Finnlands. Die maximale Innenhöhe beträgt 37m bis zum Firstkreuz. Insgesamt gibt es 1670m Kirchenbänke mit über 3000 Sitzplätzen. Notfalls würden in der Kirche 5000 Menschen Platz finden. – Die Bauarbeiten wurden am 25. 9. 1847 abgeschlossen und die Kirche zu Pfingsten 1848 eingeweiht.(112)

Beinahe hätte ich eine Begebenheit, welche sich am Dienstagabend ereignete, unterschlagen! Ja, die Welt ist doch recht klein und es gibt noch Zufälle:

Unsere Gruppe saß gemütlich nach dem Abendessen vor dem Hotel, da fuhr ein großer Bus mit deutschem Kennzeichen um die Ecke, direkt vor den Hoteleingang. Unsere Augen wurden immer größer.....ein Bus mit Hersfelder Kennzeichen.... Die Schenklengsfelder Trachtengruppe (ein Ort, nahe Bad Hersfeld) mit ihren polnischen Freunden, ebenfalls eine Trachtengruppe!!! - Die Freude, deutsche Landsleute im fernen Finnland zu treffen, war auf beiden Seiten sehr groß und wir verabredeten uns für den nächsten Tag auf dem Marktplatz in Lappeenranta, wo beide Gruppen ihre Tänze einem großem Publikum zum Besten geben wollten. Gott sei Dank hatten wir ja unseren freien Tag zur Verfügung!!(120 +119) Die polnische Gruppe eröffnete den Reigen. Die Schenklengsfelder sangen deutsche Volkslieder und die polnischen Freunde hörten mit Bewunderung zu. Viele Finnen und andere Urlauber hatten sich rund um die Bühne eingefunden und bewunderten die bunte Trachtenvielfalt und lauschten der Musik. Ich ging zu einem der berühmten „Kaffeehäuschen“, die an der Längsseite des Marktes stehen und wollte unbedingt eine der adretten Zigeunerinnen auf dem Bild haben. Es sind große und stattliche Frauen, bekleidet mit langen schwarzen Samtröcken, weißer Bluse und adretter Frisur, ein wunderbarer Anblick.......

Die „Kaffeehäuschen“ sind eine Besonderheit auf dem Marktplatz; jedermann hat sein „Spezielles“ und man trifft sich für einen kurzen „Plausch“ in  seinem bestimmen Häuschen, welches für eine bestimmte Spezialität bekannt ist. Ganz bekannt sind die „Piroggen“. Und dazu eine gute Tasse Kaffee, den die Finnen zu jeder Tag- und Nachtzeit trinken.

Unsere Reise nähert sich dem Ende!

Am letzten Sonntag, dem 30. Juli, besuchen wir gemeinsam einen Konfirmationsgottesdienst in der evangelischen Kirche, mitten in Lappeenranta. Der Gottesdienst ist beendet und wir schlendern zum Bus, der schon unmittelbar vor der Kirche auf uns wartet. Wir haben es aber nicht eilig, denn die Konfirmanden erregen unsere Aufmerksamkeit: Sie haben sich in ihrer einheitlichen Kleidung vor der Kirche zu einem Foto aufgestellt. Ein eindrucksvolles Bild bietet sich den Besuchern. Vor dem Bus unterhält sich eine Gruppe Frauen mit einer Finnin. Ich höre die Finnin fragen, in bestem Deutsch: Woher kommen sie, aus welcher Gegend Deutschlands? Ich werde „hellhörig“  und gehe etwas näher. „Ich war als Kindermädchen in einer Familie  in der Nähe von Hannover tätig „“ Na, dann sehen wir uns ja vielleicht mal in Deutschland wieder“ und schon entschwinden meine Reisegefährtinnen im Bus. Ich klicke mich ein und gebe zu verstehen, dass, wenn man die Adressen nicht austauschen werde, ein Treffen aussichtslos sei – In einer Windeseile stellen wir uns vor, schreiben unsere Adresse auf und schon muss ich im Bus verschwinden, denn man ruft schon nach mir!!

Wenig Zeit auf der ganzen Linie.......

Morgen, also am Montag, soll es nach Lahti gehen! Mein Entschluss steht schon einige Zeit fest, dass ich nicht mitfahren werde!!!!! – Am Abend  kommt mir die Idee: Ach ich versuche einfach mal die Finnin anzurufen, vielleicht kann ich mich ja morgen mit ihr treffen; ich habe ja Zeit........ Außerdem möchte ich mich auf eine Sprungschanze, nahe dem See, setzen und  malen.......

Gesagt, getan: Nach mehrmaligen Versuchen, zuvor hatte ich einem Taxifahrer, der ins Hotel kam, die Adresse gezeigt, doch er schüttelte nur den Kopf und ließ mir durch die Dame an der Rezeption ausrichten, die Adresse gibt es nicht in Lappeenranta. Oh je, ich versuche es nochmals mit dem Telefon! Und diesmal hat es geklappt. Meine neue Gesprächspartnerin  ist ganz erstaunt und doch erfreut, dass so schnell ein Kontakt zustande kommen soll. Wir verabreden uns für 11.30 Uhr vor der Kirche, sie wohnt nicht in der Stadt, ich soll nicht erschrecken, etwa 16 km von der Stadt entfernt auf dem Land. Ich geb ihr noch zu verstehen, dass ich mich nicht aufdrängen möchte, mich aber sehr freue, wenn wir uns treffen.  – „Ja, ja das passt wunderbar, ich habe morgen frei und ich hole Sie ab“.

Fortsetzung folgt.......

Fotos dazu finden Sie hier>>

veröffentlicht: 2012-02-20

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