Heirat auf Finnisch II

Heirat auf finnisch

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Teil II

In Finnland

Heimlichtuereien

 17 Jahre waren wir nun schon ohne Segen und ohne Ringe verheiratet, als wir im Sommer 2006 wieder nach Finnland fahren wollen. Es gab unendlich viele Vorbereitungen, aber einige geschahen unsichtbar und unhörbar. Klaus Dieter hatte sich einmal wieder etwas noch nicht Dagewesenes ausgedacht. Die Autofahrt im Juli letzten Jahres mit mir gen Süden kam ihm dabei in den Sinn, sagte er mir später. In einem kirchlichen Nachholverfahren, wie er es nannte, wollte er in Finnland, um eine Segnungszeremonie zu bitten. Mit Vuokko, der finnischen Frau von Peter Claus, besprach er sich. Ein finnischer Pastor war bald gefunden. Es war ausgerechnet jener von der Sommergottesdienstinsel vor drei Jahren. Und das alles geschah, ohne dass ich etwas davon ahnte. Heute denke ich, dass es gut war, nicht eingeweiht gewesen zu sein. So wurde es für mich wirklich eine Wahnsinnsüberraschung. Meine Gefühle allerdings liefen noch lange mir hinterher. War das nicht auch ein Zuviel an Aufwand und Wichtigsein? Der Heiratstermin sollte der 6. Juli, ein Donnerstag, sein. Der Ort des Geschehens: bei Regen im  Sommerhaus, bei Sonne zwischen Himmel und Erde.

 
Es wird ernst

So reisen wir nun los in die finnischen Wälder zur Insel Väisälänsaari im Puulavesi See. Zwei Wochen sind es noch bis zu unserm Fest. Ein Gespräch vorher  mit dem Pastor wäre angebracht. Wir besuchen ihn in Mikkeli, sitzen in seinem kleinen und engen Büro, sein Computer als vierter Partner dabei. Eine Liturgie in Deutsch hat er  für die Segnung schon gefunden, ich ein Buch von Jörg Zink, meinem Lieblingstheologen, mit Gedichten und kleinen Texten über die Liebe. Die Flasche Kieler Fördewasser, die wir ihm mitgebracht haben, bewirkt eine lustige Unterhaltung, auch wenn wir sie nur so nebenbei anschauen, besonders in dem  Augenblick, wo er seinen Computer-Zauberkasten aufmacht und uns einlädt zu einem Tripp nach Deutschland über Schweden. Wir ahnen nicht, dass es die Vorbereitung für einen Kulturschock werden sollte, als nach einer interessanten Reise wir plötzlich beinahe auf unserem Balkon in Heikendorf gelandet wären. Auf ihn warten weitere Kirchentermine, auf uns wartet jetzt der diesmal zwingende Kauf von Ringen. Durch viel Fragerei finden wir ein Juweliergeschäft. Zu meinem Entsetzen mag Klaus Dieter dicke Goldringe, so, wie man sie früher hatte. Als ich dann feinere, in einem wunderbaren Design aus Weißgold entdecke, will er von den anderen doch nichts mehr wissen. Die Ringe werden angepasst, wie es bei uns so üblich ist, an der rechten Hand. Dabei merke ich  nicht, dass mein linke Hand sich auch nach einem Ring sehnt, was später beinahe zu einer Katastrophe geführt hätte.
Nach einem kleinen Essen in einem uns vertrauten Lokal aus früheren Zeiten holen wir die Ringe ab. Verborgen liegen sie nun, „Suomi 2006“ fest in sie eingeprägt, in einem zierlichen Schmuckkästchen finnischer ART in unserer Hütte, wartend auf den großen Auftritt.

 

Die Ringe werden gekauft.

Hochzeitsvorbereitung auf dem Markt in Mikkeli

Hier in unserer Hütte finde ich einige Bücher. Romane, Krimis und Bildbände. In Finnisch natürlich. Ein kleiner Band mit Gedichten und Texten fasziniert mich. Es scheint mir, dass die Bilder zu den schön geschriebenen Gedanken daneben passen. Wie wäre es, sie auf Tischkarten zu schreiben? Dann gäbe es ein interessantes Wirrwarrgespräch auf dem Fest. Aber all das nur, wenn sich jemand finden lässt, die Texte zu übersetzen. Vorsorglich stecke ich das besagte Büchlein ein, als wir wieder einmal nach Mikkeli fahren. Und kaum schauen wir uns auf dem Markt nach Gemüse und Obst um, steht die Übersetzerin vor uns an ihrem Kartoffelstand. Sie spricht deutsch, funkelt uns mit glitzernden Augen an, sodass ich sofort aus meiner Tasche das finnische Buch ziehe. Ob sie mir welche übersetzten kann, frage ich sie. Und ob sie es kann! Sie ist begeistert.  Ich schreibe, sie übersetzt. Zwischendurch kommentieren wir die Texte, loten sie aus, laben uns an ihnen. Dann erzählt sie von ihrer Zeit in der Schweiz, in der sie einige Jahre lebte, dort nur Deutsch sprach und hier so wenig Gelegenheit dazu habe. 
Mit neuen Kartoffeln, Erdbeeren, die nach Erdbeeren schmecken, und „geöffneten“ Worten ziehen wir beglückt weiter.

 

Am Markt in Mikkeli

 

 Spontane Beteiligung der Finnisch-Orthodoxen Kirche

Die moderne orthodoxe Kirche wollen wir uns noch anzuschauen, bevor wir zurückfahren. Eine junge Frau sitzt vor der Eingangstür. Sie stickt rote Rosen auf eine weiße Schärpe. Ein Überraschungsgeschenk für einen befreundeten Theologen zu seiner Ordination soll es werden. Das Muster habe sie selber entworfen. Vor zwei Jahren erlitt sie einen schlimmen Unfall. Seitdem ist sie gehbehindert. Aber dadurch habe ihr Leben eine innere Wendung bekommen, hätte sie ein Studium in Religionspädagogik begonnen, erzählt sie uns. Deutsch-finnischer Religionslehrerinnentreff fällt mir dabei ein. Wir erzählen ihr von unserer „Trauung“, die in ein paar Tagen sein wird. Ganz gerührt ist sie darüber. Als wir schon im Gehen sind, ruft sie Klaus Dieter zurück und drückt ihm etwas Eingepacktes in die Hand. Ein Geschenk für mich, das ich erst am Tag  unserer Zeremonie öffnen solle. Und so warten von nun an Ringe und Geschenk im Dunkel ihrer Verpackung bis zum Tag des Festes.

das Geschenk


Das Vorbereitungsteam

Taisto und Pirja,  unsere Mökki-Besitzer, wollen bei der Gestaltung unseres Festes mithelfen. Wir treffen uns auf ihrem großen Grundstück, wo ihr Wohnhaus, die Scheunen und Ställe in ihrer roterdigen Farbe weithin leuchten inmitten von Wiesen und dem herrlichsten Garten auf Väisälänsaari Island. Sie möchten, dass wir Arja und Pekka kennenlernen, die gegenüber wohnen und die vor zehn Jahren aus dem Stress der Metropole Helsinki hierherzogen. Ihr großes Haus gaben sie auf und wohnen nun hier naturergeben mit ökologischem Anbau von Obst und Beeren. Auf ihrer Wiese ein großer, langer, aus verschiedenen Erlenholzbrettern zusammengesetzter Tisch.

Hier sitzen wir, berichten, erzählen und erfahren, dass die Bretter dieses Tisches 300 Jahre alt sind. Ein heißer Tag ist es mit Mücken und Erdbeeren, die uns Arja auf ihrem Feld pflückte. Die Unterhaltung gelingt wunderbar, weil Arja und Pekka sehr gut Deutsch sprechen. Lachs müsse es geben an unserem Fest, ist ihre absolute gemeinsame Meinung. Taisto will ihn zubereiten. Aber dann müssten es selbstverständlich schon zweimal 2,5 kg sein. Wir trauen  unseren Ohren nicht: 5 kg! 100g Lachs sind wir sonst gewohnt zu kaufen. Aber wir merken schnell: Es ist gut, Taisto zu folgen. Er weiß, was passend ist. Bei Prisma in Mikkeli sollen wir ihn besorgen.

 
Lachsfang und heilige Räucherzeremonie

So holpern wir am nächsten Tag mit unserem Golf 20 Kilometer lang auf einer Straße, die eher einer Sandpiste gleicht, und dazu von Schotterhaufen übersät ist, nach Mikkeli. Ein Mammutseinkaufszentrum erwartet uns wie ein überirdischer Dom. Wie nur sollen wir hier die Fischabteilung finden? Aber kaum gedacht, kaum verzweifelt unsere Blicke in unendliche Warenweiten gelenkt, da  breitet sie sich in atlantischer Größe vor uns aus mit riesigen Lachsen auf Eisblöcken, einer neben dem anderen. Schon der Preis erfordert eine ziemliche Größe unseres Portmonees, aber die beiden Lachshälften, für die wir uns entscheiden,  erfordern die Supergröße einer Kühlbox.
Klaus Dieter möchte bei der Zubereitung des Lachses, der heiligen Räucherzeremonie, dabei sein. Sein ungewöhnlicher Wunsch wird mit anerkennender, nickender Zustimmung von Taisto angenommen. Einen Tag vorher soll er um 12 Uhr in der Räucherhütte sein.

Aber er vergisst es. Und ich auch, denn wir sind den ganzen Vormittag zu sehr beschäftigt mit Torten- und Salatbestellungen in Hirvensalmi in einem Blumencafé. Dort kommt zufällig eine Englischsprechende Finnin vorbei, die uns hilft, unsere Wünsche der jungen Angestellten zu erklären. Nach einer halben Stunde finden wir uns gegenseitig so nett, dass wir sie zu unserem Fest einladen, aber leider sagt sie später ab. So kommen wir erst gegen 1 Uhr in unserem Sommerhaus an.
Wie ein Blitz schlägt die Erinnerung an die Verabredung ein. Klaus Dieter überschlägt sich fast, ins Auto zu kommen, um dann in finnischer Rallyemanier durch den Wald zu rasen. Pekko und Taisto sitzen wartend seit einer Stunde in dem Räucherhäuschen. Ohne ihn wollten sie nicht anfangen. Taisto blickt ärgerlich drein ob dieser Unverlässlichkeit, als Klaus Dieter endlich erscheint, er, das muss ich sagen, von jeher eher eine Ausgeburt von Zuverlässlichkeit ist.
Taisto ritzt kleine Schlitze  in den Lachs, füllt diese mit Blauschimmelkäse. Unter dem Ofen Holzspäne, die mit Honigwasser überträufelt werden, um den herab-fließenden Saft aufnehmen, der dann als aufsteigender herrlich duftender Dampf die Kruste des Lachses braun und süß macht. Als ich Klaus Dieters Begeisterung mitempfinde, als er mir das alles genauestens erzählt, denke ich einen Augenblick, dass diese Zeremonie der Lachszubereitung sicher von der gleichen Qualität sein wird wie die unsere Naturheirat.

Taisto räuchert Lachs

Die Gemeindeverwaltung und die Texte der Liebe

Ich bin derweil dabei, die kleinen finnischen Texte in meinen Laptop zu schreiben. In Finnisch, in Englisch und in Deutsch. Ich möchte sie gerne ausdrucken können. Aber wo in diesem Wald?  Klaus sieht die Gemeindeverwaltung in Hirvensalmi vor sich. Natürlich, warum nicht gleich daran gedacht? Der freundlichen Gemeindesekretärin scheint unser Anliegen die Rettung ihres langweiligen Büroalltags zu sein. Wie schnell sind all diese Texte gedruckt und dazu auf gutem festen Papier! Voller Begeisterung sitze ich in der Hütte, schneide sie zu Tischkarten zurecht. Damit sie gut stehen, wird jede Karte auf einen Stein aus unserem See geklebt.


Der Tag der finnischen Hochzeit

In unberührter Morgenfrühe stehe ich auf. Die „Kapelle“ will ich herrichten. Neben der Hütte soll sie sein mit Blick auf den See. Die beiden Bänke aus der Grillhütte, die Bank mit der Lehne unter den Kiefern am Wasser müssten ausreichen. Das Tischchen vom Steg wird zum Altar mit Kerzenhalter, den leuchtenden orangefarbenen Lilien und dem Becher mit dem gesegnetem Puulavesi Wasser. All diese Keramik aus dem Infokiosk in Hirvensalmi. Und ringsherum Pirjos bunte Blumenbeete.
Als erster Gast erscheint Taisto. Er hatte bei der Besprechung vorgeschlagen, ein Kreuz aus Birkenholz zu machen. Weil ich nichts davon sah, meinte ich, er hätte es vergessen. Aber nicht so Taisto. Ungesehen von unseren Augen hatte er es gleich angefertigt und hinter einem  Holzstoß versteckt. Von dort holt er es nun und  stampft es hinter dem Altartisch in die Erde. Zustimmende Blicke wirft er mir zu, als er meinen gedeckten Tisch mit den Karten auf der Veranda inspiziert. Er gefällt ihm. Und dann sind sie da die Gäste: Pirjo mit Arja und Pekka, der Pastor mit seiner Frau.
Ritva, die mit ihrem Mann Kalle als letzte kommt, kenne ich seit meinem ersten abenteuerlichen Ferien in Finnland. Zu Weihnachten schreibt sie mir seitdem lange Briefe und zwar in Deutsch, anbei immer spannende Fotos ihrer großen Familie. Sie gehört für mich zu den Steh-auf-Frauen, die mit unglaublicher Energie und Durchhaltevermögen für ihre Familie da ist.
Wunderbare Hochzeitsblumensträuße bekomme ich von ihnen, bunte und wilde aus dem paradiesischen Garten von Pirjo, selbst gepflückte und zauberhaft gebundene von Ritva, englische Rosen, einst von der Großmutter gepflanzt, von Marja.

Hochzeitstag 

So sitzen wir dann in unserem Naturkapellchen, hören den Vögeln zu, die rings um uns  in den Birken sitzen, haben den Himmel über uns, die Erde unter unseren Füßen, singen miteinander in Deutsch und Finnisch aus dem finnischen Gesangbuch. Auch das Vaterunser sollte jeder in seiner Sprache sprechen, aber ich bekam es nicht mehr zusammen , obwohl es mir wie das Atmen vertraut ist. Der Pastor bittet Ritva  aus dem Jörg Zink-Buch einen Text vorlesen. Ja, sie möchte es gerne, doch als sie einen sehr  berührenden Text vorliest, muss sie weinen. Und irgendwie weinen wir alle mit – vielleicht auch aus einem ganz tiefen Glücklichsein, diesen Gottesdienst hier miteinander mit so viel Himmel innen und außen zu erleben. Aus dem geheimnisvollen Kästchen werden unsere Ringe ans Tageslicht befördert und wir stecken sie uns gegenseitig an die Finger. Ich muss ziemlich nachhelfen bei Klaus Dieter, während er bei mir keine Schwierigkeiten hat. Nun ist es doch eine Trauung geworden, denke ich am Ende irritiert, als mir bewusst wird, dass es hier eindeutig um die Liturgie einer Trauung ging. Doch dann sage ich zu mir: So ist es und lehne mich entspannt zurück.

Ritva liest ein Gedicht von J. Zink

Kaffee und Cognac

Auf der Veranda mit Blick auf den See das üppige Hochzeitsdinner mit dem hervorragendsten Lachs aller Zeiten, köstlichen Kartoffeln mit frischem Dill, Salatbergen und der Hochzeitsorte vom Blumencafè.  Eine übliche, ich könnte auch sagen, eine üble finnische Hochzeitsitte ist die gegenseitige „Fütterung“ von der  hochprozentigen Sahnehochzeitstorte als Leistungssportvergnügen. Es bleibt uns nicht erspart. Wir hätten für das Danach einen Waschlappen gebraucht.


 Die Texte der Tischkarten tun ihr Bestes, führen zu langen Gesprächen, Diskussionen und Übersetzungen, bis wir uns in einem Sprachgewirr fast verirren und weinen vor Lachen.

Nauru nuorentaa rakkaus kaunistaa.
Lachen macht jung. Liebe macht schön.

Maa nauraa kukkasissa.
Das Lachen der Erde, ist das Blühen der Blumen.

Rakkaudessa ei auta muu kuin rakkastaa enemmän.
In der Liebe hilft nichts anderes, als mehr zu lieben.

Jumala antoi meille muistin, jotta meillä olisi ruusuja joulukuussa.
Gott hat uns ein Gedächtnis gegeben, damit wir Rosen im Dezember haben können
.


vor dem Mökki

Die Vertrauensprobe

Als die Gäste  allmählich gehen wollen, staune ich über all die wunderbaren Dinge, die übrig geblieben sind. Schnell, schnell, denke ich, jeder soll ein Päckchen mit nach Hause nehmen! Ritva hilft mir dabei, Lachs und Kuchen einzupacken. Ich krame nach Tüten,  schneide Alufolie zurecht, renne zwischen Tisch, Mülleimer und Kühlschrank hin und her. Taisto vergesse ich dabei, merke nicht, dass er mit leeren Händen geht. O, das tut mir leid, ist er doch der Mega-Schöpfer dieses wunderbaren Lachsessens. Dafür bekommt Arja mehr und sie wundert sich darüber. Es ist dunkel geworden, als Ritva und Kalle in ihr Auto steigen. Sie sind die letzten Gäste. 100 Kilometer liegen vor ihnen und es sind nicht immer gut befahrbar Wege. Ritva fährt. Bevor sie startet, einen Fuß noch auf der Erde, meint sie strahlend uns zugewandt „Nun zeigt doch mal eure Ringe!“ Stolz und glücklich zeigen wir ihr unsere Hände. Aber, o Schreck, an keinem meiner Finger ist ein Ring zu sehen. Ungläubig starre ich auf meine rechte Hand. Kann es nicht begreifen. Fühle mich schuldig, irgendwie schuldig. Warum nur? Bei ihr auch tiefes Entsetzen. Sehr beunruhigt ist sie. Ich spüre es,  sehe es in ihren Augen. „Ich werde alles absuchen und dich anrufen, wenn ich ihn finde. Ich verspreche es dir.“ Will ihre Sorge um mich mindern. Dann fahren sie davon in die Dunkelheit des finnischen Waldes. Wir, in der Dunkelheit unserer Seele, bleiben allein zurück.
Klaus Dieter hält nichts vom Suchen und  sieht sich schon wieder in Mikkeli in jenem Juwelierladen einen neuen Ring erwerben. Ich bitte Gott und alle in seinem Reich, mir zu helfen, den Ring zu finden. Natürlich weiß ich, was das bedeutet. Nämlich, loszulassen, nicht mehr daran zu denken.  Und so räume ich auf, unglücklich, Klaus Dieter  unglücklich zu wissen, der es nicht zeigt, wie es in ihm  aussieht.

Und es gibt viel zu tun. Es scheint fast kein Ende zu nehmen, all die Dinge an ihren Ort zurückzutragen. Plötzlich, als ich nur noch das Aufräumen im Kopf habe, erscheint mir ein Bild. Ich sehe in der Küche unserer Hütte den Mülleimer und innen an seinem Rand den vermissten Ring. Im Nu bin ich dort, öffne den Mülleimer und erkenne, versteckt unter zerknülltem Papier, Plastikbechern, Obstschalen und Küchenkrümeln den heißbegehrten Ring wie an den Rand geklebt.
Sich schämend ob dieses Bildes „Mülleimer“, aber dankbar glücklich, legt sich dieser wunderbare Geschenktag in mein Herz. Und noch ein Geschenk ist auszupacken. Es ist eine kleine Ikone mit Maria und dem Kind von der Rosenstickerin an der orthodoxen Kirche.


Nachtrag

 Ich trage diesen Ring seitdem nur noch an der linken Hand. Da ist er sicherer. Ich hätte es wissen müssen.