Himmeli - Himmelskrone

Buchprojekte von Peter Claus, Ludwigsau. Zusätzlich kann hier jeder registrierte Teilnehmer Finnlandgeschichten und Fotos bis 250 KB nach Freischaltung veröffentlichen.

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In den "Sieben Brüdern" (1868) von Aleksis Kivi erleben wir, wie früher auf dem Lande Weihnachten gefeiert wurde. Diese Tradition hat sich fast bis in unsere Tage fortgesetzt. Die Vorbereitungen begannen schon viele Wochen vor Weihnachten: Bier wurde gebraut, Fleisch gepökelt, Seife gesiedet, Kerzen gezogen. All dies nahm viel Zeit in Anspruch. Schon im Frühjahr wurde ein Baum geschlagen, meistens eine Birke, die dann das ganze Jahr hindurch trocknen konnte und für das Weihnachtsfeuer im Kamin gute Scheite gab. Auch Fisch wurde im Frühjahr zur Zeit des Hechtlaichens für das Weihnachtsessen ausgewählt und eingesalzen.

Vor dem Fest wurde der Holzboden der grossen, einzigen Stube des Bauernhauses gründlich gereinigt und mit einer dicken Schicht Roggenstroh ausgelegt. Darauf kam der hölzerne Tisch mit Holzbänken an den beiden Längsseiten und je einem Stuhl an den Enden. Als Schmuck wurden ein "Himmeli" und ein aus Holz geschnitzter Vogel aufgehängt, vor das Fenster oder auf den Tisch wurde ein geschnitztes "Thomaskreuz" gestellt.

risti himmeli
Thomaskreuz (Tuomaan Risti), Foto: Peter Himmeli (Quelle: Wikipedia)


Ein Himmeli mit seinem so deutsch anmutenden Namen ist im Grunde ein großes Strohmobile. Anfangs wird ein Faden durch vier gleichlange Strohhalme gezogen, so dass diese ein Viereck bilden. Ein gleiches Viereck wird dazwischen gehängt, dann werden die Außenecken miteinander verbunden, so dass ein aus acht Dreiecken gebildeter, an der Spitze aufgehängter Würfel entsteht. Indem an den Ecken immer neue Einheiten aufgehängt werden, können im Laufe der Zeit riesige Mobiles entstehen. Unsere Arbeit (mit nur einem Faden) gibt nur eine schwache Vorstellung eines Strohhimmeli. Wenn das Himmeli an der Decke aufgehängt ist, bewegt es sich leicht unter der Einwirkung der Kerzenwärme und lässt einen ruhig und besinnlich werden. Das in der alten Bauernstube ausgelegte Stroh ebenso wie das Stroh des Himmeli mögen auch an das Stroh erinnern, auf dem das Jesuskind in der Krippe gelegen hat. Die sanfte Bewegung gibt ein himmlisches Gefühl, ein Gefühl der Weihnachtszeit, über der als wichtigste Botschaft ja "Friede auf Erden" steht.


Frohe Weihnachten

veröffentlicht: 2011-12-17